DER ROTE FADEN

 

 

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Der Rote Faden - konzeptionelle Interpretation der bekannten Metapher - nahm die gleichnamige Touristen-Leitlinie vom hannoverschen Fremdenverkehrsamt zum Anlass, ein Gegenzeichen zu formulieren.

In einer Reihung signalroter meterlanger Kanthölzer zog sich die 200 m lange streng linear ausgerichtete Spur auf der Symmetrieachse durch das Neue Rathaus Hannovers. Vorn an die City angrenzend, über den Rathausvorplatz die Zufahrt kreuzend, führte die Linie durch den Haupteingang in die Zentralhalle, über den Treppenaufgang durch den Ratssaal, um auf der Rückseite des Gebäudes neu anzusetzen und am Rathausteich zu enden.

Die Hölzer wurden nicht fixiert; sie blieben jeder Einwirkung direkt ausgesetzt. Am Sonntag, dem 9. Juni 1991, 10.00 Uhr, fand das normale bunt gemischte Stadtpublikum, das den Ort in großer Zahl besuchte, den Roten Faden als anonymes Angebot vor.

In einem spannenden Verlauf, vom respektvoll Bewahrenden, über zufällige - zum Teil wieder reparierte - "Anstöße", begann ein Prozess der Aneignung der künstlerischen Arbeit durch das Publikum: Die Linie kam zum Leben - das rote Zeichen verwandelte sich ständig in seiner Erscheinung.

Nach zunächst eher zufälligen Irritationen der noch intakten Linie, kam es bald zu bewusst gesetzten Markierungen und Zeichen, die "Bauten" wurden immer größer, so dass sich das weitläufige Volumen der mobilen Bodenskulptur immer mehr verdichtete. Überall lagen zerfallene und zusammengestürzte Zufallszeichen, die selten lange liegen blieben - daneben sehr fragile Balancebauten, die, unausgesprochen mit einer Aura des Unberührbaren versehen, zum Teil erstaunlich lange standen, bevor sie dann doch wieder zu Bausteinen für Neues zerfielen.

Das Ereignis dauerte zwei Tage. Im Ergebnis fand sich eine grože Vielfalt markanter und interessanter Formationen, die in der Summe ihres Werdens und Vergehens ein Selbstporträt des Ortes zu dieser Zeit zeichneten.

Dokumentation: Video (15 Minuten) und Foto

 

 

"Der rote Faden - danach"

"Junge Kunst 92" - Saarlandmuseum, Saarbrücken